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Am vergangen Freitag (30.07) stand ein Strahlrohtraining für Aktiven der LG Dirmerzheim auf dem Übungsplan. Ausgebildet wurde der richtige Umgang mit dem C-Mehrzweck-Strahlrohr und dem Hohlstrahlrohr. Der Schwerpunkt lag auf der korrekten Handhabung des Hohlstrahlrohres im Innenangriff.
Nach einer kurzen theoretischen Einweisung in die Funktionsweisen und Unterschiede der o.g Strahlrohrtypen ging es direkt praktisch weiter. Ziel war es möglichst nahe an die Realität heranzuführen. Zu diesem Zweck wurde auf der Hauptwache sowohl ein gasbefeuerter Brandsimulator, als auch eine Türe ausgeliehen. Die Tür wurde vor unser Gartentor geschoben und der Gitterzaun mit schwarzer Folie überdeckt um einen Sichtschutz herzustellen, damit die Trupps nicht sehen konnten was hinter der geschlossen Türe passiert. Hinter Zaun und Tür wurde der Brandsimulator aufgestellt, für die nötige Sichtbehinderung durch „Rauch“ sorgte eine Nebelmaschine.
Zunächst hatten die vorgehenden Trupps die Aufgabe einen Temperaturcheck an der Tür durchzuführen. Dies ist auf mehrere Arten möglich. Die klassische Variante mit der Außenseite der Hand sollte hierbei außer Acht gelassen werden. Vielmehr wurde den Teilnehmern gezeigt, dass auch ein kurzer Sprühstoß auf die heiße Türe ein wesentlicher Indikator für die Temperatur im Brandraum sein kann. Verdampft das Wasser an der Außenseite der Türe bereits, ist davon auszugehen das dahinter sehr hohe Temperaturen von unter Umständen mehreren hundert Grad vorherrschen, die ein äußerst vorsichtiges Öffnen der Tür aus der Deckung heraus und ein Kühlen der Rauchgase mittels Sprühimpulslöschverfahren nötig machen um überhaupt zum eigentlichen Brandherd vordringen zu können.
Die Rauchgaskühlung wird wie oben bereits erwähnt mittels des sog. Sprühimpulslöschverfahren betrieben. Die heißen Brandgase steigen nach oben und sammeln sich unter der Decke. Je größer der Brandherd ist, desto heißer ist der Brandrauch. Um der Gefahr einer Rauchgasdurchzündung oder im schlimmsten Fall einer Rauchgasexplosion zu entgehen gehen die Trupps wie folgt vor:
- die Türe ging in unserem Fall nach innen auf -
Der Angriffstruppführer postiert sich an der Wand neben der Türklinke und kniet sich ab. Er befestigt seine Bandschlinge (idealerweise mittels gelegtem doppeltem Ankerstich) an der Klinke. Am anderen Ende wird je nach Länge der Schlinge noch die FW-Axt eingebunden um die Tür vollständig aus der Deckung öffnen und schließen zu können. Der Strahlrohrführer postiert sich dem Angriffstruppführer gegenüber in Seitenlage. Er gibt einen ganz kurzen gezielten Sprühstoß auf das Türblatt ab, ohne den Truppführer zu treffen. Das ist der eben erwähnte Temperaturcheck. Im weiteren spricht sich nun der Trupp ab und auf das Kommando „Tür auf“ drückt der Truppführer (TF) die Klinke mit der Axt herunter und stößt die Tür, gesichert durch die Bandschlinge zu ca 2/3 auf. Der Strahlrohrführer (StRF) startet nun die Rauchgaskühlung. Hierzu gibt er durch den Türspalt drei gezielte Sprühstöße zur Raumdecke ab um die Brandgase herunter zu kühlen. Die Kühlung geschieht durch das Wärmebindungsvermögen der abgegeben Wassertröpfchen. Sie entziehen dem Rauch die Wärmeenergie und kühlen ihn somit ab. Das verfahren wird solange wiederholt bis der Brandrauch ausreichend heruntergekühlt ist und ein weiteres Vorrücken zum Brandherd im inneren des Raumes möglich ist. Die Türe wird vollständig geöffnet und gegen Zuschlagen gesichert.
Der Trupp bekämpft nun den Brandherd. Dabei kommt es darauf an was im inneren des Raumes brennt. Die LG Dirmerzheim trainierte sowohl die Bekämpfung von klassischen Feststoffbränden (bspw. der Wohnungseinrichtung) aber auch das Kühlen und Sichern einer Gasflasche.
Feststoffbrände werden mittels Sprühstrahl abgelöscht, wobei auch hier die Devise gilt „weniger ist mehr“ um einem unnötigen Wasserschaden im Brandobjekt zu vermeiden. Nach dem erlöschen der Flammen wird die Wasserabgabe zunächst eingestellt um zu überprüfen ob sich das Brandgut wieder entzündet. Ist dies der Fall werden die Flammen wiederum abgelöscht und wieder kurz abgewartet. Im Nachgang wird das Brandgut in kurzen Intervallen immer wieder mit Wasser „abgeduscht“ bis dessen Temperatur soweit gesunken ist, dass eine Rückzündung ausgeschlossen ist. Im Anschluss wird der Brandherd auf Glutnester kontrolliert und diese ggf. ebenfalls mit kurzen Intervallen bei geringer Wasserabgabe abgelöscht.
Brände von Gasflaschen oder Brände bei denen Gasflaschen unmittelbar betroffen sind gestalten sich äußerst schwierig und sind zu dem sehr gefährlich für die Einsatzkräfte. Handelsübliche Gasflaschen sind mit einem Sicherheitsventil ausgestattet, welches bei zu hohem Druck in der Flasche öffnet und das Gas entweichen lässt. In der heißen Umgebung des Brandraumes entzündet sich das Gas zu einer Stichflamme, die solange brennt bis das Gas vollständig entwichen ist. In der Umgangsprache bei der Feuerwehr spricht man auch vom „Abblasen“ der Flasche. Gelöscht wird der Brand der Flasche durch das gleichzeitige Kühlen der Flasche von außen mit Wasser und dem schließen des Ventils. Der Strahlrohrführer stellt hierzu das Hohlstrahlrohr auf die Stellung „Mannschutzbrause“. Bei dieser Einstellung wird das Wasser so gelenkt, dass sich ein Wasserschild bildet ähnlich einem Schutzschild. Der StRF richtet den Wasserschild so aus, dass der Trupp dahinter vollständig verschwindet. So nähert er sich nun vorsichtig der brennenden Gasflasche. Angekommen ändert der StRF den Strahl soweit, dass die Flasche nahezu vollständig umschlossen ist. Schnell aber kontrolliert schließt der Truppführer nun das Flaschenventil. Der Trupp zieht sich nun wieder in seine Deckung zurück und kühlt die Flasche von dort weiterhin mit dem umschließenden Sprühstrahl bis ein sicherer Abtransport möglich ist und außerhalb des Gebäudes eine Dauerkühlung im Wasserbad gewährleistet ist.
Trifft der Angriffstrupp bei seinem Löschangriff auf eine unmittelbar dem Feuer ausgesetzte Gasflasche bei der das Sicherheitsventil noch nicht geöffnet hat, kühlt er diese aus der Deckung heraus solange bis ein wie oben beschriebener sicherer Abtransport möglich ist.
Bei all der Theorie und anstrengenden Praxis hatten wir auch eine Menge Spaß, zumal wir nicht alltäglich mit dem Brandsimulator üben. Alle Übungsteilnehmer waren begeistert und voller Elan bei der Sache und am Ende war man sich einig - „Fortsetzung folgt“.
Wir hoffen wir konnten Ihnen einen kleinen Einblick in die bisweilen komplexe Aus- und Fortbildung der Löschgruppe geben. Wenn Sie mögen schauen Sie sich doch die Bilder HIER an.
Ihre Löschgruppe Dirmerzheim
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